Historische Gebäude erhalten, handwerkliche Erfahrungen sammeln und eine neue Kultur kennenlernen: 16 Auszubildende der Arnold-Bode-Schule reisten vom 8. bis 23. September 2026 im Rahmen von Erasmus nach Siebenbürgen in Rumänien. Die angehenden Tischler, Maler, Dachdecker und Zimmerer wurden von den Lehrkräften Betz, Platz und Wickert begleitet.
Mit dem Zug ging es von Kassel über Wien und weiter im Nachtzug nach Brașov. Dort empfing Familie Kurmes die Gruppe mit einer Stadtführung einschließlich der Schwarzen Kirche. Anschließend bot die Villa Hermani für drei Nächte einen Ausgangspunkt, um Land und Leute kennenzulernen. Zum Programm gehörten ein Besuch im Bärenreservat von Zărnești, eine geführte Wanderung zur Kirchenburg Wolkendorf mit anschließendem Kaffee und Kuchen sowie eine Wanderung durch die Schlucht von Zărnești zum Kleinen Königstein. Ein Vortrag von Herman Kurmes vermittelte Einblicke in die Geschichte Siebenbürgens, der Siebenbürger Sachsen und ihrer Kirchenburgen.
Vom 12. bis 22. September wohnte die Gruppe im Pfarrhaus der Kirchenburg Holzmengen. Hier stand die praktische Arbeit im Mittelpunkt: Nach historischen Vorbildern, teilweise mit alten Handwerkstechniken und unter Beachtung des Denkmalschutzes wurden vielfältige Reparaturen und Bauarbeiten mit natürlichen Materialien ausgeführt. Die Auszubildenden fertigten ein Tor und eine Tür, erneuerten den umliegenden Fassadenanstrich, verlegten Fliesen und reparierten Dachrinnen. Hinzu kamen neue Holzbalkenlagen, darunter eine mit Treppenöffnung, rund 70 Quadratmeter Bretterschalung im Predigerhaus sowie der Austausch von Biberschwanzziegeln.
Auch das gemeinsame Erleben kam nicht zu kurz: Lagerfeuer mit Stockbrot, Tischtennis, Fußball und die Herstellung der rumänischen Gemüsespezialität Zacuscă ergänzten das Programm. Führungen durch Ort und Kirchenburg sowie ein Ausflug nach Hermannstadt mit Stadt- und Kirchenführung durch Pfarrer Georg Junesch eröffneten weitere Perspektiven. Zwei Auszubildende hielten ihre Eindrücke sogar in einem Gedicht fest.
Nach Zwischenstopps an der Kirchenburg Birthälm und in Mediasch trat die Gruppe am 22. September die Rückreise an. Am folgenden Abend erreichten alle wohlbehalten Kassel – mit neuen handwerklichen Fähigkeiten, vielen Begegnungen und bleibenden Erinnerungen im Gepäck.
Passend dazu wurden von zwei Teilnehmerinnen die folgenden Verse verfasst:
Im Zug Chaos ins Land gekommen,
Danach noch kurz ein Berg erklommen.
Im Hoppelbus zu Ruth ins Haus:
Wir helfen hier ne Weile aus.
Ob Tor, ob Tür, ob Dach, ob Bad:
Wir packen an mit Rat und Tat.
Die Burg ist Otto sein Revier.
Er ist der aller kusch’ligste hier.
Auch Coco und Maja sind mit am Start.
Doch wer rasiert in der Dusche sein‘ Bart?
Zwei Tage lang nen Bock gebaut,
Dank Steven mit Perfektion vertraut.
Das Material kommt erst zu später Zeit.
Früh morgens Herr Wickert zum Einkauf bereit.
Seit Donnerstag muss man ihn missen.
Ein Tränchen tropft ins saub’re Kissen.
Herr Platz reist an mit Sack und Pack,
Die Dachdeckerleute nun auf Zack.
Ob Tor, ob Tür, ob Dach, ob Bad:
Wir packen an mit Rat und Tat.
Der Eingang erstrahlt in neuer Farbe,
Dank Maler und Rudikas Gabe.
Auch Tor und Tür komplett erneuert,
Das Reste Holz ist fix verfeuert.
Die alte Decke, die muss Weck.
Das Kätzchen Mura kriegt nen Schreck.
Aus Holz glänzt bald der neue Boden,
Das Bettenschwanken ist behoben.
Gemauert, gezimmert, gefliest, gestrichen,
Dann abends am Feuer ganz ausgeglichen.
Gitarre, Gesang, geweitet Wasser,
Tattoos und Stockbrot – was ist krasser?
Ob Tor, ob Tür, ob Dach, ob Bad:
Wir packen an mit Rat und Tat.
Das alles wäre gar nicht möglich.
Die Unterkunft ist mehr als löblich.
Ruth zaubert täglich in der Küche,
Uns locken stetig die Gerüche.
Ein großer Dank für offene Türen,
Für Speis und Tank und das Organisieren.
Wir kommen wieder, keine Frage.
Sanatate – auf weitere tolle Tage!
Ob Tor, ob Tür, ob Dach, ob Bad:
Wir packen an mit Rat und Tat.
(Gedicht: Lena und Alice / Bilder & Text: Wickert, mit KI-Unterstützung erstellt)
