Die Klassen 11FOB 1+2 der Fachoberschule Bautechnik besuchten bei einer dreitägigen Exkursion verschiedene bautechnische Firmen und Einrichtungen.

Am ersten Tag ging es zum Ziegelhersteller August Lücking GmbH & Co. KG in Warburg-Bonenburg. Herr John führte uns durch den laufenden Betrieb. Neben den unterschiedlichen Materialien zur Herstellung von Ziegelsteinen konnten die Lernenden auch den weiteren Arbeitsschritt zur Herstellung von Planziegeln erleben. Der Gang über die Öfen, in denen die Ziegel bei 900 °C – 1100 °C brannten, brachte die Lernenden zum Schwitzen.

Auch Stahlbetondecken werden in dem Werk produziert. Nach der fachgerechten Anordnung der Bewehrungsstäbe und der Platzierung von Aussparungen konnten wir die Betonage der Halbfertigdecken live miterleben.

In einer weiteren Halle wurden massige Krangewichte hergestellt. Außerdem konnte die Herstellung von geraden und gewendelten Treppen besichtigt werden. Die praktische Anschauung hilft den Lernenden hoffentlich bei der theoretischen Umsetzung in der Klasse 12.

Am zweiten Tag der Exkursion besuchten die Bauklassen die Universität Kassel. Ein Blick in das Stahlbetonbaulabor der amtlichen Materialprüfanstalt (AMPA) und das Straßenbaulabor ermöglichte den Lernenden einen Blick hinter die Kulissen des Studienalltags. In der AMPA werden spezielle hochfeste Betonrezepturen erstellt und die Festigkeiten verschiedener Materialien geprüft. Im Betondruckversuch konnte man die verschiedenen Prüfkörper und die computergestützte Druckfestigkeitsmessung miterleben. Jetzt ist die Angabe C25/30 für Beton kein bloßes Zahlenwerk mehr, sondern mit einer Vorstellung der Belastbarkeit verknüpft.

Auch im Straßenbaulabor wurden wir sehr herzlich empfangen. Wir konnten verschiedene Prüfungen von Bitumen und Asphalt miterleben. Die Bezeichnung OPA auf der Autobahn ist jetzt jedem Lernenden bekannt (OPA = Offenporiger Asphalt, auch bekannt als Flüsterasphalt).

Bei einem gemeinsamen Essen im Restaurant Lehmofen konnten wir den Tag ausklingen lassen.

Am dritten Tag ging es in den Untergrund. Der gemeinnützige Verein Vikonauten e.V. führte uns in unterirdische Gänge und uralte Gewölbe. Hinter einer unscheinbaren Fassade verbarg sich der gut ausgestattete Bunker der damaligen Oberschicht. In alten, labyrinthartig verzweigten Bierkellern fanden die anderen Kasseler während der Bombenangriffe Schutz.

(Bilder & Text: Kontze)